UNESCO-Weltkulturerbe TrierDie Igeler Säule

Die Igeler Säule, das größte bestehende Pfeilergrab nördlich der Alpen, ist aufgrund eines Irrglaubens des Mittelalters bis heute erhalten. Eine abgebildet Familienszene auf dem Grabmal wurde als Vermählung der Eltern Kaiser Konstantins gedeutet, der gemeinsam mit seiner Mutter Helena als Förderer des christlichen Glaubens verehrt wurde. Diese Verwechslung verhinderte letztendlich die Zerlegung des römischen Monuments.

Die 23 Meter hohe Säule zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckte bereits berühmte Besucher, wie Johann Wolfgang Goethe, Kronprinz Friedrich Wilhelm IV., Victor Hugo und Friedrich Schinkel. Errichtet wurde das Grabmonument der Familie Secundinier entlang einer Straße und in der Nähe zur Mosel um ca. 250 n. Chr. Wohlstand und Erfolg der Tuchhändler-Familie wurde und werden so bis heute jedem Reisenden vor Augen geführt. Die abgebildeten Szenen geben Einblicke in das Alltags- und Geschäftsleben der Händler.

Die Entstehungszeit der Säule kennzeichnet sie als eine der letzten ihrer Art, da die römische Großstadt Trier schwierigen Zeiten entgegen ging und der Wohlstand schwand. Das repräsentative Grab war Ausdruck des Unternehmerstolzes der Tuchhändler. Eine Zuordnung des Grabmals zu der Tuchhändler-Familie der Secundinier basiert wesentlich auf der Darstellung des Gewerbes auf der Säule. Über die Jahrhunderte war die Säule stetig der Witterung ausgesetzt. Die erste bauliche Sicherung des Pfeilergrabes wurde 1765 durchgeführt. Im frühen 20. Jahrhundert folgte ein Kunststeinabguss, da der Zustand der originalen Säule sehr kritisch war. Versuche, Folgeschäden am Original zu verhindern, setzen in den 1980er Jahren ein. Der Abguss der Säule wurde 1993 nach Farbspuren am Original koloriert und steht im Innenhof des Rheinischen Landesmuseums Trier (derzeit wegen Sanierungsarbeiten leider eingerüstet).

UNESCO-Weltkulturerbe TrierUNESCO WORLD HERITAGE SITES TRIER
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz 30 Jahre UNESCO-Welterbe Trier
AntikenCard